Willkommen auf meinem Weg ♥
Heilung erleben
Schön, dass du hier bist. Ich nehme dich mit auf meinen Weg – ehrlich, leise und mit viel Herz.
Mut zur Veränderung
Der Weg zu seelischer Gesundheit – schwer, aber nicht unerreichbar
Manchmal muss man sehr, sehr tief fallen, damit die Heilung beginnen kann. Aber es lohnt sich, das zuzulassen. Es ist wichtig, die eigenen Ängste zu überwinden – sei es vor dem Verlust gewohnter Lebensumstände, Beziehungen oder Tätigkeiten. Wenn du am Boden bist, ist es irgendwann leichter, wieder aufzustehen.
01.08.2026
Die Liebe meines Lebens
🔒 Codewort zum Lesen
Nicht ganz – versuch es noch einmal.
Eine traurige und unerfüllte Liebesgeschichte
Wie alles begann
Ich lernte ihn vor mehr als 20 Jahren kennen. In der Disko. Er war umringt von Mädels an der Bar. Er gefiel mir so gut … Aber ich schenkte ihm keine weitere Aufmerksamkeit, weil ich ihn weit über meiner Liga einstufte. Die Freundin, mit der ich unterwegs war, war zwar vergeben, aber sie sagte, sie wolle nur testen, ob sie ihn haben könnte. Also überließ ich ihr das „Anbaggern“ und kam zwar mit ihm ins Gespräch, aber das war es dann auch schon. Meine Freundin gab ihm ihre Nummer und hatte damit ihr Vorhaben erfüllt.
Am nächsten Morgen vibrierte das Telefon meiner Freundin … Und … er fragte nach mir. Er wollte meine Nummer.
Ich war so unendlich aufgeregt, glücklich … alles auf einmal.
Glück und Sehnsucht
Wir begannen zu schreiben, wir trafen uns … Ich dachte an niemanden mehr als an ihn. Ich war glücklich. Wir trafen uns gelegentlich abends, bei einem Freund von ihm.
Aber oft stand ich an meinem Fenster, und er kam nicht.
Ich war unendlich traurig.
Wenn wir uns wiedersahen, war ich überglücklich. Leider kam das nicht so oft vor … Je länger wir uns kannten, desto seltener.
Trotzdem war er jahrelang ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich liebte ihn mehr als jemals irgendjemanden sonst in meinem Leben.
Aber nie kam er wirklich zu mir. Nie sagte er, dass er mich auch liebt. Nie sah ich ihn, wann ich es wollte, sondern immer nur dann, wenn es ihm passte.
Aber egal … Ich liebte ihn.
Irgendwann hatte ich einen Freund. Trotzdem sahen wir uns ab und an … und immer hoffte, wir würden irgendwann ein Paar werden.
Ein Nein zur großen Liebe
Später lernte ich den Vater meiner Kinder kennen. Damals kannten wir uns schon 7 Jahre. 7 Jahre, in denen ich alles für seine Liebe gegeben hätte … Als er eines Tages zu mir kam und mir seine Liebe gestand, glaubte ich es nicht. Ich wollte nicht noch einmal hoffen und nicht noch einmal leiden. Ich blieb bei dem Menschen, den ich gerade erst kennengelernt hatte, und sagte Nein zu meiner großen Liebe.
Damals sagte ich zu ihm: „Wenn wir beide mit 45 noch allein sind, dann heiraten wir.“
Das war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Für 10 Jahre.
Dazwischen lagen eine Hochzeit, zwei Kinder, eine Trennung. Und immer, wenn ich emotional oder sentimental wurde, erzählte ich meinen Freundinnen von ihm. Von meiner großen Liebe und davon, dass ich ihn nie vergessen werde und nie jemanden so geliebt habe wie ihn. Und das schon lange, bevor ich geschieden war. Aus einer Ehe, die ich nur wollte, um ein Leben zu führen, wie es mir vorgegeben wurde und von dem ich dachte, so müsse es sein – das wahre Leben. Mann, Kinder … sonst nichts.
Zehn Jahre später
Dass ich dabei selbst auf der Strecke blieb, wurde mir erst wieder bewusst, als er sich nach 10 Jahren wieder meldete. Ich las seine Nachricht erst ein halbes Jahr, nachdem er sie gesendet hatte. Und als ich sein plumpes „Hallo, wie geht’s“ las, wusste ich: Das wird mir zum Verhängnis.
Es passierte nichts außer vielen Nachrichten und einigen Treffen … Aber keine körperliche Nähe … nichts. Höchstens eine Umarmung. Aber meine Gefühle waren wieder zurück.
Ich trennte mich von meinem Ehemann – was im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung war und mir den Weg Richtung Freiheit und Weiterentwicklung ebnete.
Ich hoffte und träumte erneut von einem Leben mit ihm … Obwohl er sichtlich älter geworden war … nicht mehr der „Traumtyp“, den ich kennengelernt hatte … aber diesmal noch viel mehr. Wir teilen eine Leidenschaft … Schweden … den Traum von einem Leben, ohne an das Trauma aus der Vergangenheit gefesselt zu sein.
Der Mann, dem ich nicht zugetraut hätte, dass er eine Sehnsucht mit mir teilen würde. Es war, als wäre es vorherbestimmt.
Der falsche Weg
Es war wunderschön … aber ich war wieder unglücklich … Er kam nie zu mir. Er wollte keine Beziehung … Ich hätte mir so sehr gewünscht, ihn für mich zu haben … dass er mich in den Arm nimmt und hält. Aber stattdessen suchte er auf Tinder nach einer Frau, die mit ihm nach Schweden auswandern sollte.
Es tat weh.
Ich weinte wieder. Und lernte einen Mann kennen, den mein Bauchgefühl ablehnte. Eine Bekannte gab meine Telefonnummer an diesen Menschen weiter. Er zeigte Interesse an mir. Er wollte meine Geschichte hören. Wir verstanden uns … Er war wie ein Seelenverwandter.
Meine große Liebe hatte mich schnell blockiert, und so dachte ich … ja gut, dann ist es eben das Schicksal – und ließ mich auf den anderen Mann ein.
Was für eine Hölle damals begann, hatte ich nicht erahnen können. Dieser Mensch nahm alles von mir. Mich. Meine Zeit, meine Mitmenschlichkeit, meine Energie, meine Träume.
Ich reagierte nur noch im Trigger-Modus. Ich wurde angezogen und weggeworfen wie ein Stück Müll.
Ich litt. Ich zweifelte an mir. Ich verstand nicht, warum ich wie eine Marionette an einem seidenen Faden hing.
Zerrissen
Ich sehnte mich nach meiner alten Liebe … und gleichzeitig nach Frieden und einem Menschen, der mich so liebt, wie ich bin.
Ich vermisste ihn – und war in einer Situation gegangen, in der ich nur als Helferin, Übersetzerin und Auftragserfüllerin gebraucht wurde, bis ich wieder weggeworfen wurde. Achtlos.
Zwanghaft klammerte ich mich an den Menschen, vor dem meine Intuition mich so oft gewarnt hatte. Ich war verzweifelt und ratlos, warum ich half und leistete, obwohl sich alles in mir sträubte. Ich dachte an meine Kinder und daran, was ich auch ihnen antue … was für eine instabile Mutter sie sahen.
Befreiung
Bis ich meine Flashbacks bekam und verstand, warum ich mich zwanghaft an Personen festhalte, die mich zutiefst verletzen und benutzen. Egal in welcher Hinsicht.
Mit diesem Zeitpunkt befreite ich mich von allen Ketten.
Ich warf alle Menschen aus meinem Leben, die mir nicht guttaten.
Doch er war nicht zurück.
Wiederbegegnung
Aber dieses Jahr im Winter fand ich eine Nachricht von ihm in meinem Postfach. Zwei Jahre waren vergangen.
Mittlerweile glaube ich nicht mehr an Zufälle, sondern an Fügung und Führung durch Gott. Wir kamen wieder in Kontakt und sahen uns.
Und wieder – oder immer noch – liebe ich ihn.
Er wird auch immer meine große Liebe bleiben. Auch wenn ich oft das Gefühl habe, er hält mich als Option oder bekennt sich nicht wirklich zu mir. Er sucht zwar oft meine Nähe … auch wenn er zwischenzeitlich nach Schweden ausgewandert ist. Er ruft teilweise täglich an. Er schreibt … er erzählt, er bringt mich zum Lachen. Er hat mit mir eine Woche in Schweden verbracht und ist ein großer Teil meines Lebens und meines Plans für die kommende Zeit – dass auch ich auswandern kann.
Auch er hat ein Trauma … ein anderes, aber ebenso schmerzliches.
Was Liebe heute für mich ist
Aber mittlerweile beginnt meine Liebe, eine andere zu werden. Ich erkenne an, dass er nicht der Mensch sein wird, der mich nach einem anstrengenden Tag in seine Arme schließt. Nicht der, der mich leidenschaftlich liebt und hält. Aber vielleicht der, der mir hilft und mich auf meinem Weg zu vollkommener Freiheit begleitet.
Freiheit, die ich hier nie haben werde.
Freiheit, zu tun, zu denken und zu leben, wie ich es für richtig halte.
Frei von meiner ursprünglichen Familie, die mir unendliches Leid und jahrzehntelangen Kummer zugefügt hat.
Ja, und vielleicht ist das sogar der Inbegriff von großer Liebe …
Dass er der Mensch ist, der mich dabei unterstützt, der Mensch zu werden, der ich schon vor mehr als 20 Jahren hätte sein können.
21.07.2026
Widerstreit
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Was Trauma mit einem Menschen macht
Überleben lernen
Durch lange anhaltende traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit, die sich über viele Jahre meiner Kindheit und Jugend erstreckten, habe ich verschiedene Überlebensstrategien entwickelt.
Die Art und Weise, wie mir diese Erlebnisse zugefügt wurden, veränderte sich mit meinem Alter. Art, Intensität, Ausmaß und auch die beteiligten Personen waren unterschiedlich. Mit jeder Lebensphase veränderten sich auch Manipulation und Missbrauch. Und mit jeder dieser Phasen lernte ich, auf eine neue Weise zu überleben.
Ich lernte, das zu lieben, was ich kannte.
Natürlich hatte ich ein Zuhause. Es gab schöne Zeiten und wertvolle Erinnerungen. Für mein leibliches Wohl wurde gesorgt, ich durfte zur Schule gehen, später eine Ausbildung machen, wir fuhren gemeinsam in den Urlaub und ich hatte eine enge Beziehung zu meiner Schwester. Es gab viele Momente, in denen gelacht wurde, in denen wir Zeit miteinander verbrachten und das Familienleben auch leicht sein konnte.
Ich möchte nicht vergessen, dass Täter nicht vierundzwanzig Stunden am Tag Täter sind. Sie sind Menschen mit Freunden, Familie, Hobbys, Freude, Sorgen und Erfolgen. Sie führen zwischen den Taten oft ein ganz gewöhnliches Leben.
Aber sie sind Täter.
Sie haben mir etwas genommen, worauf jedes Kind ein Recht hat: mein Recht auf eine gesunde Entwicklung, auf Individualität, auf Selbstentfaltung, auf einen gesunden Selbstwert – und auf die Möglichkeit, Liebe als etwas Sicheres und Gesundes kennenzulernen.
Was mir angetan wurde, endete nicht mit den eigentlichen Taten. Es setzte sich fort durch Schweigen, Vertuschen, Leugnen und Schuldumkehr. Dadurch entstand eine psychische Belastung, die mich über Jahrzehnte begleitet hat und deren Folgen nicht zu entschuldigen sind.
Jahre voller Leid
Ich war viele Jahre meines Lebens krank. Ich litt unter schweren Depressionen, psychosomatischen Beschwerden und Symptomen, die ich mir nie erklären konnte. Niemals hätte ich gedacht, dass ihre Ursache in meiner Kindheit liegt.
Ich habe mich intensiv mit Psychologie, Trauma und den unterschiedlichsten Formen von Missbrauch beschäftigt. Ich habe gelesen, gelernt und versucht zu verstehen. Und trotzdem habe ich mich durch Abspaltung, Verdrängung und andere Schutzmechanismen meines Nervensystems nie auch nur ansatzweise als Opfer gesehen.
Allein diesen Gedanken überhaupt zuzulassen, hat mich Jahre gekostet.
Jahre voller Leid.
Und auch heute kostet mich Heilung Zeit, Kraft, Energie, Mut und Überwindung. Hinzusehen ist nicht einfach.
Kein Hass, kein Rachegefühl
Trotz allem empfinde ich keinen Hass und keine Rache. Ich wünsche mir lediglich Frieden. Ich möchte nie wieder mit dem Umfeld meines Traumas konfrontiert werden.
Für die Menschen selbst empfinde ich kaum noch etwas. Was bleibt, ist tiefes Unverständnis, Entsetzen und ein unendliches Mitgefühl für das kleine Mädchen, das so hilflos, ahnungslos und ausgeliefert in diese Welt gesetzt wurde. Ein Mädchen, dessen Vertrauen verraten, dessen Würde verletzt und dessen ganzes Dasein in den Dreck gezogen wurde.
Das schmerzt mich bis heute am meisten.
Nicht nur wegen der Vergangenheit, sondern wegen der vielen Folgen, die sich Jahrzehnte später noch aus dem Versagen anderer ableiten. Es gibt Momente, in denen Trigger auftreten und mein Nervensystem reagiert, bevor mein Verstand es einordnen kann. Dann fühle ich mich manchmal hilflos oder falle in alte Muster zurück, obwohl ich längst weiß, warum sie entstehen.
Muster, die sich wiederholen
Keine meiner Beziehungen hat dauerhaft gehalten. Ich habe nie gelernt, wie eine gesunde Partnerschaft aussieht. Stattdessen habe ich immer wieder genau die Dynamiken in mein Leben gezogen, die ich bereits aus meiner Kindheit kannte – Menschen mit eigenen Traumata, narzisstischen Zügen oder toxischen Verhaltensmustern. Kontrolle, Manipulation und Macht begegneten mir immer wieder.
Ich suchte Liebe und Anerkennung häufig dort, wo ich mich selbst dafür aufgeben musste. Ich kämpfte um Freundschaften und Beziehungen, passte mich an, ordnete mich unter und hoffte, endlich genug zu sein.
An anderer Stelle zeigte ich wiederum ganz andere Schutzmechanismen. Angst vor Kontrollverlust, Dominanz oder den Versuch, Situationen kontrollieren zu müssen. Nichts davon war wirklich ich. Es waren Muster meines Nervensystems, die Sicherheit herstellen wollten.
Viele Jahre bin ich wie fremdgesteuert durchs Leben gegangen.
Die Menschen in meinem Umfeld reagierten wiederum auf diese Muster. Und was sich gegenseitig anzog, war selten gesund.
Was sich verändert hat
Heute erkenne ich vieles deutlich früher.
Ich stelle Muster schneller fest. Ich kann mich besser abgrenzen. Ich bleibe häufiger bei mir. Ich erkenne Manipulation früher und spüre immer deutlicher, was zu mir gehört – und was nicht.
Ich befinde mich in einem Heilungsprozess, der sich nicht mehr aufhalten lässt. Das ist gut. Trotzdem bin ich noch nicht vollständig frei von dem, was mir angetan wurde.
Denn auch bis vor wenigen Jahren gab es Beziehungen, die von Kontrolle, Macht und Manipulation geprägt waren.
Auch das ist Gewalt. Auch das hinterlässt Spuren.
Immer häufiger komme ich jedoch an einen Punkt, an dem mich Widerstände nicht mehr aus der Bahn werfen. Nicht, weil ich hart geworden bin, sondern weil ich mehr und mehr darauf vertraue, was sich für mich und meine Kinder richtig anfühlt.
Noch immer kämpfen Schuldgefühle gegen meinen Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit. Manche Menschen wissen genau, wie sie diese Gefühle gegen mich einsetzen können – mit Schuldzuweisungen, Sarkasmus oder subtilen Abwertungen.
Der Unterschied zu früher ist: Ich sehe es. Ich spüre es. Ich erkenne, dass es nicht meins ist.
Was ich darf
Auf meinem Weg habe ich Menschen verloren. Sicher habe ich auch Menschen verletzt. Heilung macht uns nicht perfekt. Aber sie macht uns ehrlicher – vor allem uns selbst gegenüber.
Die Täter werden ihre eigenen Lasten tragen.
Ich aber darf sie ohne Schuldgefühl aus meinem Leben, aus meinem Kopf und Stück für Stück auch aus meinem Körper gehen lassen.
Was mir angetan wurde, ist unverzeihlich.
Aber ich muss nicht verzeihen, um frei zu werden.
Ich darf loslassen.
Ich darf Grenzen setzen.
Ich darf mich schützen.
Und ich darf jeden Tag ein kleines Stück mehr die Frau werden, die unter all den Überlebensstrategien immer schon da war.
Für meine Töchter
Und ich stelle mich all dem.
Nicht, weil ich stark sein muss. Sondern weil ich meinen Töchtern zeigen möchte, dass Heilung möglich ist. Dass man sich seiner Vergangenheit stellen kann, ohne sich von ihr für immer bestimmen zu lassen.
Ich wünsche mir, dass sie später einmal auf ihre eigene Geschichte schauen können und wissen: Unsere Mutter ist nicht davongelaufen. Sie hat hingesehen. Sie hat Verantwortung übernommen – nicht für das, was ihr angetan wurde, sondern für das, was sie daraus gemacht hat.
Ich halte diesen Weg aus, damit sie erleben dürfen, was ich selbst nie kennenlernen durfte: eine Mutter, die heilt. Eine Mutter, die sich selbst immer besser versteht. Eine Mutter, die ihnen vorlebt, dass Freiheit, Selbstachtung und ein gesundes Leben möglich sind.
Vielleicht kann ich ihnen nicht jede Wunde ersparen. Aber ich kann ihnen zeigen, dass man den Mut haben darf, sie anzusehen.
Das ist das größte Geschenk, das ich ihnen machen kann.
Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem ein Trauma nicht mehr über Generationen weitergegeben wird – sondern mit Liebe, Bewusstsein und Verantwortung endet.
14.07.2026
Ein Gebet
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Nicht ganz – versuch es noch einmal.
Am Ende dieses Tages bleibt eine Traurigkeit in mir
Lieber Gott,
obwohl heute vieles gut gelaufen ist und ich dankbar sein kann, bleibt am Ende dieses Tages eine Traurigkeit in mir.
Manchmal fühlt es sich an, als würde sich vieles in meinem Leben nur halb erfüllen – als Kompromiss, der für andere leichter ist als für mich. Dann frage ich mich, wann auch für mich etwas ganz und richtig sein darf. Ob ich zu viel erwarte, zu ungeduldig bin oder ob manche Wünsche einfach nicht für mich bestimmt sind.
Ich sehne mich nach Frieden, nach Geborgenheit und nach dem Gefühl, wirklich angekommen zu sein.
Ich weiß, dass meine Kinder mich lieben. Und ich weiß, dass du mich liebst – bedingungslos und vollständig. Trotzdem gibt es Momente, in denen mir etwas fehlt und ich nicht genau weiß, wie ich diese Leere annehmen soll.
Vielleicht möchte ich manchmal etwas festhalten, das nicht für mich bestimmt ist. Vielleicht möchtest du mir zeigen, dass ich meine Hoffnung immer wieder dort suche, wo ich nicht finden kann, was ich brauche. Dieses Muster begleitet mich schon lange, und ich merke, wie schwer es mir fällt, es loszulassen.
Manchmal wünsche ich mir, weniger zu fühlen, damit auch der Schmerz weniger wird. Gleichzeitig möchte ich die Fähigkeit nicht verlieren, tief zu empfinden und das Schöne darin zu erkennen.
Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, in einer liebevollen Verbindung wirklich sicher, angenommen und getragen zu sein. Ich kenne vor allem meine Vorstellung davon: mich anlehnen zu dürfen, gehalten zu werden und nicht immer wieder zweifeln zu müssen.
Bitte hilf mir, meinen Wert nicht mehr davon abhängig zu machen, ob ich von anderen die Bestätigung bekomme, die ich mir wünsche. Lass mich tiefer in deiner Liebe ankommen und verstehen, dass ich bereits vollständig geliebt bin.
Erfülle mein Herz so sehr mit deinem Frieden, dass ich Nähe und Verbundenheit nicht mehr aus einem Mangel heraus suche, sondern sie frei annehmen kann, wenn sie mir begegnen.
Und wenn etwas nicht für mich bestimmt ist, gib mir die Kraft, loszulassen – nicht aus Bitterkeit, sondern im Vertrauen darauf, dass du mich nicht vergisst.
Amen.
04.07.2026
Trauma
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Seit mehr als 20 Jahren suche ich nach dem Kern
Seit mehr als 20 Jahren gehe ich in Therapie und habe diverse Therapieformen durchlaufen: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und wieder Verhaltenstherapie. Ich habe meine Familiengeschichte an den unterschiedlichsten Orten vor verschiedenen Menschen immer wieder aufgearbeitet.
Ich sage nicht, dass das alles sinnlos war. Aber ich bin nie an den Kern gekommen. Ich habe immer nur drumherum gestochert und nicht erkannt, was all die Ängste und Depressionen in mir tatsächlich auslöst.
Auf jede Veränderung in meinem Leben reagierte mein Körper und Nervensystem mit Panik, Schlafstörungen und den unterschiedlichsten Ängsten. Nach der Geburt meiner ersten Tochter und während der Schwangerschaft mit meiner zweiten Tochter war es besonders schlimm. Ich hatte Ängste, die ich weder greifen noch erklären konnte – aber sie fühlten sich existenziell bedrohlich an.
Ich war gefangen in einem jahrelangen Kampf.
Nach den ersten Flashbacks im vergangenen Herbst war ich zwar unendlich enttäuscht über die Tatsache, wie ich aufgewachsen bin, aber gleichzeitig auch erleichtert.
Mein Nervensystem hat sich buchstäblich entladen und das Erlebte durch das Neuerleben Stück für Stück aus meinem Körper entlassen. Das auszuhalten ist extrem anstrengend – körperlich wie psychisch.
Aber die Erleichterung, endlich zu verstehen, was all den Kummer und die körperlichen Beschwerden über Jahrzehnte ausgelöst hat, war unbeschreiblich.
Seit einigen Monaten gehe ich in Traumatherapie. Mithilfe von EMDR werden diese neuronalen Entladungen gezielt herbeigeführt und so lange fortgeführt, bis Körper und Kopf lernen, dass es im Heute keine reale Bedrohung mehr gibt.
Bei dieser Methode wird das Beruhigungssystem über den Vagusnerv aktiviert, während gleichzeitig traumaspezifische Inhalte bearbeitet werden. Das Nervensystem lernt, sich zu beruhigen, während der Körper aufarbeitet. Ich empfinde das als einen doppelt positiven Effekt: Entladung und Entspannung gleichzeitig. Und danach bleibt das Bewusstsein, dass mein Körper lernen wird, mit dem Erlebten immer leichter umzugehen.
Anstrengend ist das, ja. Aber auch hier lohnt sich der Wille, sich dem zu stellen. Es kann heute nicht mehr so schlimm werden wie zum Zeitpunkt des tatsächlichen Erlebens. Heute bin ich sicher. Und heute weiß ich, dass ich in dieses Familiensystem aus Macht, Manipulation und Verleugnung nie wieder zurückkehren werde.
Ich hole mir mein Leben zurück – das, was mir über Jahrzehnte genommen wurde.
Natürlich war nicht alles schlecht. Das Gute erkenne ich genauso an.
Ich habe keinen Groll, keinen Hass und keine Rachegefühle. Ich verschaffe mir einen Frieden, den ich so noch nie erlebt habe.
Deshalb bin ich dankbar für jede schreckliche Erinnerung, die zu den bereits vorhandenen hinzukommt oder sie ergänzt. Denn dann kann ich sie aus mir herausholen und Stück für Stück zu dem Menschen werden, der ich hätte sein können, wenn ich unter normalen Umständen aufgewachsen wäre.
2. Juli 2026
Das Gute sehen
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Es ist schön, was du machst
Ich erinnere mich an friedliche Momente, wo ich am Boden des Arbeitszimmers meines Vaters sitze. Während er an seinem Bild malt, male ich an meinem. Ich habe genau vor Augen, was ich malen möchte und wie es aussehen wird.
Die Enttäuschung ist riesengroß, weil mit der Wald mit den Tieren darin einfach nicht gelingen will. Ich möchte meinen Vater stolz machen – stolz auf das was ich kann. Ich wünsche mir, dass ich gelobt und gesehen werde. Ich bin etwa 4 Jahre alt. Beeindrucken kann ich ihn leider nie. Er hat bis zuletzt immer Fehler in meinen Bildern gefunden. „Die Perspektive stimmte nicht, meine Portraits sehen alle gleich aus.“ Es gab immer etwas auszusetzen. Erst seit dem Bruch mit meiner Familie im letzten Jahr lerne ich, nicht nur mich so zu nehmen, wie ich bin, sondern auch meine Talente einfach so stehen zu lassen, wie sie sind. Mit all ihren Stärken und Schwächen, was sie einzigartig macht.
28. Juni 2026
Kindheitserinnerungen,
die ich nie vergesse
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Es gibt Bilder, die mich schon mein ganzes Leben begleiten
Ich erinnere mich seit meiner frühen Kindheit an das Gefühl von Angst, wenn ich abends im Bett lag. Ich fühlte mich allein. Ich lag auf meinem Bett und sah durch die dunklen Schatten meines Kinderzimmers.
Ich erinnere mich an viele Nächte, in denen ich hologrammartige Bilder überdimensional groß in meinem Zimmer schweben sah. Ich sah meine Eltern – glücklich nebeneinander, wie auf ihrem Hochzeitsfoto, das in ihrem Schlafzimmer hing.
Ich sah einen Korb vor der Tür zum Bad, das sich direkt neben meinem Zimmer befand. Aus dem Korb stiegen düstere Rauchschwaden, die sich vom Boden bis zur Decke entlang ihren Weg durch den Gang bahnten – in Richtung des Schlafzimmers meiner Eltern. Aus dem Korb stieg eine schwarze Schlange empor, wie die eines Schlangenbeschwörers.
Ich konnte mein Bett nicht allein verlassen, obwohl ich ständig das Gefühl hatte, zur Toilette zu müssen. Ich rief laut und immer wieder nach meiner Mutter. Ich weinte, bis sie endlich kam, um mich zu begleiten und zu beruhigen. Eigentlich musste ich nicht mehr wirklich auf die Toilette, ich war schon ein paar Mal dort gewesen, hatte aber immer das Gefühl, ich müsse wieder. Diese Bilder, das Weinen und das Warten wiederholten sich lange – Nacht für Nacht.
Ich erinnere mich auch, dass mein Vater nie kam. Und dass er meine Mutter schimpfte, wenn sie nachgab. Ich habe diese Bilder seit dem Alter von etwa vier Jahren nie vergessen. Eine weitere bildliche Erinnerung an diese Zeit sind die Soldaten, die neben meinem Bett patrouillierten. In einer endlosen Reihe aus halbtransparenten, immer gleich aussehenden Männern in Helmen marschierten sie an meinem Bett entlang.
Ich presste meine Stirn an die kühle Pumuckl-Tapete und zog die Beine ganz fest an meine Brust. Ich atmete nicht, damit die Soldaten nicht merkten, dass ich wach war. Ich habe früh gelernt, völlig lautlos zu atmen.
Ich hatte Angst und war allein. Diese Bilder begleiten mich seit Jahren und werden mich auch über meine gesamte Entwicklung hinweg bis heute immer wieder einmal einholen.
15. Juni 2026
Scham
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Ich schäme mich und fühle mich unendlich schuldig
Ich bin mit meiner Mutter im Badezimmer und sage etwas zu ihr. Sie setzt sich auf den Rand der Badewanne und sagt: „Schau, was du machst. Du bist erst fünf und ich 38 – und du bringst deine Mama schon so zum Weinen.“ Ich fühle mich so schrecklich falsch und schuldig wie noch nie in meinem Leben.
Bis zum September letzten Jahres, mit etwa 37 Jahren, habe ich mich gefragt, was ich an diesem Tag zu meiner Mutter gesagt hatte, dass ich sie so verletzt zu haben schien. Ich habe mich gefragt, was ein fünfjähriges Mädchen wohl falsch gemacht haben könnte, dass es solch ein Unglück über die Mutter bringt.
Die Szene begann mit den Worten, dass ich ihr alles erzählen könne. Dass sie nicht schimpfen werde. Dass ich ihr vertrauen könne und dass sie ja meine Mama sei. Also erzählte ich ihr, was passierte, wenn sie nicht anwesend war.
Als ich ihre Reaktion spürte – die Scham und das überwältigende Gefühl von Schuld –, versuchte ich, ihr Trost zu spenden, und versicherte ihr, dass sie von Papa ja trotzdem geliebt werde.
Welche Last darf man einem fünfjährigen Kind durch das eigene Trauma und das eigene Unvermögen zu handeln auferlegen?
5. Juni 2026
Wenn das Leben
plötzlich still wird
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Am Ende ist es eigentlich nur eine Antwort
Um mich herum ist alles zusammengebrochen. Ich habe jeden Tag zwar irgendwie überlebt, zwischen meinem Job und den beiden Kindern. Aber den Schmerz, der in jeder freien Sekunde an die Oberfläche kroch, habe ich nur schwer ausgehalten.
Über Jahre hinweg war ich im Überlebensmodus – gefangen zwischen tiefen Depressionen, Schlafstörungen, Panikattacken und ständigen körperlichen Beschwerden. Durch einen toxischen Menschen, der es einzig auf meine Gutmütigkeit und mein Helfersyndrom abgesehen hatte, bin ich so verzweifelt am Boden gewesen, dass ich anfing, Gott anzuflehen, mir endlich zu zeigen, wer ich bin.
Warum mich manche Dinge so triggern. Warum ich nachts schreiend aufwache und panische Angst habe, diese Nacht nicht zu überleben.
Hier kommen die Antworten – und am Ende ist es eigentlich nur eine.